Don Juan
Ballett von Giorgio Madia | Musik von Christoph Willibald Gluck u. a.
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SBB | Foto: (c) Enrico Nawrath
Uraufführung am 21. Juni 2014 in der Komischen Oper Berlin

Don Juan ist eine der schillerndsten Figuren der europäischen Kulturgeschichte. Seine Herkunft ist ungewiss, aber seit dem frühen Barock steht die Legende um seine Verführungskünste und die unvermeidliche Bestrafung im Mittelpunkt zahlloser Opern, Dramen oder Komödien, dem improvisierenden Volks- und Puppentheater bot er Anlass zu frivolem Spiel. Mal wird die Tragik im Komischen betont, mal sein maßloses Begehren als genialer Zug eines Intellektuellen gedeutet.

Für den Choreographen und Regisseur Giorgio Madia ist Don Juan eine Figur des „Theaters“. Teil des Mythos sind die Raffinesse des vermeintlichen Zufalls, der den Genuss erhöht, und die fortwährende Bewegung, mit der sich die Flüchtigkeit des Augenblicks einzig begreifen lässt. Das kaltblütige Spiel mit Illusion und Phantasie ist es, dem nicht nur die weiblichen „Opfer“ des Verführers erliegen, sondern auch sein Publikum. Don Juan ist ein begnadeter Spieler, ein Magier des Erotischen, und er steht exemplarisch für das, was trügerisch erscheint, aber doch das Maß aller Dinge ist, wenn die Welt zur Bühne wird.
Mit seiner unverwechselbaren künstlerischen Handschrift entfaltet Giorgio Madia die Motive der Libretto-Vorlagen als ein sinnliches Barock-Theater in moderner Gestalt und als Ballett zugleich. Dabei lässt er sich von Christoph Willibald Gluck (1714–1787) inspirieren. Dessen Ballett-Pantomime DON JUAN von 1761 bildet den Ausgangspunkt, ergänzt wird die Musik um Glucks ALESSANDRO, SEMIRAMIS und Auszüge aus ORPHEUS UND EURYDIKE. Der edlen musikalischen Sprache Glucks wird die Wiener Geigenvirtuosin Lidia Baich als Teil der Inszenierung zur Wirkung verhelfen.

Die Kreation für das Staatsballett Berlin, in großer Besetzung, mit opulenter wie raffinierter Ausstattung, verspricht ein faszinierendes Ballett-Erlebnis, bei dem die provozierend schöne Kunst der Verführung zum unwiderstehlichen Spektakel wird – treffender könnte der Zeitgeist des barocken Spiels um die Hingabe an den Schein, um Begehren und Vergänglichkeit nicht zum Ausdruck gebracht werden.
Montag, 30.06.2014
19.30 Uhr
14 - 42 €
>> Ticket

Termine:
24 | 24 | 26 | 30 Juni 2014
02 | 06 Juli 2014


Inszenierung: Giorgio Madia
Bühne: Cordelia Matthes
Kostüme: Bruno Schwengl
Dramaturgie: Annegret Gertz
Choreographische Assistenz: Adriana Mortelliti
Solo-Violine: Lidia Baich
Musik: vom Tonträger
Es tanzen: Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin