William Forsythe
CHOREOGRAPH

aufgewachsen in New York, wo er auch den größten Teil seiner Ausbildung absolvierte, betrat Forsythe mit Anfang zwanzig als Tänzer und schließlich als Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts die europäische Tanzszene. Darüber hinaus schuf er neue Werke für Ballettensembles in München, Den Haag, London, Basel, Berlin, Frankfurt am Main, Paris, New York und San Francisco. 1984 begann seine 20-jährige Arbeit als Direktor des Ballett Frankfurt, mit dem er einige der herausragendsten Werke des zeitgenössischen Tanzes kreierte, etwa „The Loss of Small Detail“ (1991) in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Thom Willems und dem Designer Issey Miyake. Weitere wichtige Arbeiten aus der Zeit des Ballett Frankfurt waren „Gänge“ (1982), „Artifact“ (1984), „Impressing the Czar“ (1988), „Limb’s Theorem“ (1990), „A L I E/N A(C)TION“ (1992), „Eidos:Telos“ (1995), „Endless House“ (1999) und „Kammer/Kammer“ (2000).

Forsythes Choreographien gewannen den begeisterten Zuspruch des Publikums und die wichtigsten Preise, die auf diesem Gebiet vergeben werden, u.a. Bessie (1988, 1998, 2004), Laurence Olivier Award (1992, 1999), Commandeur des Arts et Lettres (1999), das Bundesverdienstkreuz (1997), Wexner Prize (2002), Deutscher Tanzpreis (2004). In der Internationalen Kritikerumfrage wurde er mehrfach zum Choreographen des Jahres gewählt.

Nach der Auflösung des Ballett Frankfurt im Jahr 2004 formierte Forsythe ein neues, unabhängiges Ensemble. Mit Unterstützung der Länder Sachsen und Hessen, der Städte Dresden und Frankfurt am Main sowie privater Sponsoren wurde The Forsythe Company GmbH gegründet. Forsythes jüngste Werke werden ausschließlich von dieser neuen Kompanie entwickelt und aufgeführt, während seine früheren Arbeiten einen zentralen Platz im Repertoire fast aller wichtigen Ballettensembles der Welt einnehmen, wie beispielsweise dem Mariinsky- (Kirov-) Ballett, New York City Ballet, San Francisco Ballet, National Ballet of Canada, Royal Ballet Covent Garden und Ballet de l’Opéra de Paris. The Forsythe Company hat ihre festen Spielstätten in Dresden und Frankfurt am Main und eine weitere künstlerische Heimat im Schauspielhaus Zürich. Dort wird sie jedes Jahr präsent sein und darüber hinaus internationale Gastspiele geben.

Forsythes choreographisches Denken hat sich durch seine Auseinandersetzung mit den international richtungsweisenden Kunstströmungen der Gegenwart entwickelt und gleichzeitig zu ihnen beigetragen: von Performance und Bildender Kunst bis zur Architektur und interaktiven Multimedia-Arbeiten. Forsythe hat Architektur / Performance-Installationen als Auftragswerke für Daniel Libeskind in Deutschland, Artangel in London, Creative Time in New York und für die Stadt Paris entwickelt. Sein Kurzfilm „Solo“ wurde 1997 auf der Biennale des Whitney Museum gezeigt. 2006 präsentierte die Pinakothek der Moderne in München eine umfassende Ausstellung seiner Performance-, Film- und Installations-Arbeiten. Mit seiner richtungsweisenden und preisgekrönten CD-ROM „Improvisation Technologies: A Tool for the Analytical Dance Eye“, die in professionellen Compagnien, Tanzhochschulen, Universitäten, in der Postgraduierten-Ausbildung von Architekten und in Schulen eingesetzt wird, erfand Forsythe 1994 die Vermittlung der Tanzimprovisation buchstäblich neu. Weltweit wird Forsythe als Lehrender regelmäßig eingeladen, an wichtigen Universitäten und kulturellen Einrichtungen Vorträge zu halten und Workshops zu leiten. 2002 war er der erste Mentor im Bereich Tanz nach der Gründung der Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative und ist einer der Direktoren des Dance Apprentice Network aCross Europe (D.A.N.C.E.), für das er auch unterrichtet. Forsythe wurde 2001 mit der Ehrenmitgliedschaft des Laban Centre for Movement and Dance in London ausgezeichnet und ist seit 2004 Ehrendoktor der Juilliard School in New York.

Foto: Stephan Floss

Choreographie
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