Yuri Burlaka
CHOREOGRAPHIE

Geboren in Moskau. 1986 Absolvent der Bolschoi Ballettschule, Student von Pjotr Pestov. Noch im gleichen Jahr Engagement als Erster Solotänzer an die Compagnie Russisches Ballett, wo er sich schnell ein umfangreiches Repertoire der großen klassischen Rollen erarbeitete. Insbesondere war er regelmäßig für Partien in historischen Balletten von Michail Fokin oder Alexander Gorski vorgesehen, an deren Rekonstruktion er häufig selbst auch beteiligt war. So rekonstruierte er Fragmente aus Fokins CHOPINIANA oder die Balletteinlage der Oper RUSLAN UND LUDMILA, aus Alexander Gorskis DAS BUCKLIGE PFERDCHEN, RAYMONDA, Tänze aus der Oper SAMSON UND DALILA, COPPELIA, und LA FILLE MAL GARDEE, aus Marius Petipas HARLEQUINADE, RAST DER KAVALLERIE, LA NAIADE ET LE PECHEUR, LA BAYADERE, DAS BUCKILGE PFERDCHEN, LE CORSAIRE, PAQUITA, LA SYLPHIDE, und LA ESMERALDA, aus DIE PUPPENFEE von den Brüdern Legat.
Ab 2006 war er zunächst als Ballettmeister und Probenleiter, ab 2007 als Künstlerischer Leiter beim Russischen Ballett verpflichtet. Von 1993 bis 1996 studierte er an der choreographischen Abteilung der RATI, auch bekannt als der Gordejew-Kurs, und legte mit Auszeichnung die Prüfung als Choreograph und Pädagoge am Moskauer Staatlichen Institur für Ballett, der GITIS, ab.
Für N. Nesterovas Akademie des Tanzes belebte er CHOPINIANA neu sowie den PAQUITA-Grand-Pas. Gemeinsam mit V. Gordejew erarbeitete er 2006 eine DON-QUIXOTE-Version für das Opern- und Ballett-Theater Jekaterinenburg. Zu den weiteren Produktionen, die er entwickelte, gehören SCHWANENSEE für das Wiener Konservatorium (2000, gemeinsam mit Karl Musil und E.Thiery), COPPELIA (2003) und DER NUSSKNACKER (2005) für die Choreographische Gesellschaft Tokyo. Seine Produktionen für das Moskauer Bolschoi Theater umfassen inzwischen LE CORSAIRE (2007 mit Alexander Ratmansky) und den Grand Pas PAQUITA (2008). Ebenfalls 2008 choreographierte er für das Opern- und Ballett-Theater Cheljabinsk den EVENING OF CLASSICAL CHOREOGRAPHY.
Yuri Burlaka widmet sich vor allem Forschungen zu alter Choreographie und zur Ballettmuik des 19. Jahrhunderts. Er ist Mitglied der Internationalen Minkus-Gesellschaft. 2000 veröffentlichte er gemeinsam mit G. Prybilow die überlieferten Musiknummern aus PAQUITA im Zusammenhang mit den überlieferten choreographischen Notizen von Marius Petipa. Er ist zugleich Autor des Buches „Music Arrangements for Lessons of Classical Dance“ (1999) und der Methodik „The Classical Legacy and the Ballet Repertory of the 18th to 20th Century“. Er ist neben anderen Persönlichkeiten Professor für Klassisches Ballettrepertoire an der Akademie für Choreographie und Ballett.
2004 nahm er an dem ersten Workshop Neuer Choreographie des Bolschoi Balletts teil und präsentierte eine Rekonstruktion von Fragmenten aus Marius Petipas LE REVEIL DE FLORE und DER ZAUBERSPIEGEL sowie aus Alexander Gorskis DAS BUCKLIGE PFERDCHEN.
2008 wurde Yuri Burlaka als Ballettmeister an das Bolschoi Theater Moskau engagiert, von Januar 2009 bis März 2011 war er Künstlerischer Leiter des Bolschoi Balletts. Yuri Burlaka arbeitet seither freischaffend, um sich intensiver der Ballettforschung und -rekonstruktion zu widmen und lehrt als Professor an der Moskauer Akademie für Choreographie. 2010 choreographierte er mit Vasily Medvedev LA ESMERALDA für das Bolschoi Theater Moskau, 2011 in neuer Adaption für das Staatsballett Berlin.